Es war einmal die Heimat

Rückbau Hoyerswerda

Der Bagger rollt und wuchtet die staubige Erde um. Im Prinzip gleicht die Landschaft einer Wüste. Langsam holt sich die Natur ihren Platz wieder.

Für viele wirkt es surreal, denn vor gefühlt ein paar Jahren standen hier noch Hochhäuser, sogar ein gesamter Wohnkomplex. Ich selbst habe keine wirkliche Verbindung zum Thema Rückbau, betraf es doch meist die „neue Stadt“. Und jetzt?

Geht es in der „Alten Stadt“ weiter. Meine Schule ist weg, und es macht mich traurig, gar wehmütig, denn ich habe Angst um die Stadt – um meine Stadt – um meine Heimat.

Vom Wohnkomplex in der „Neuen Stadt“ ist nur noch ein Haus übrig. Es trotzt dem Abriss, so sehe ich es poetisch. Realistisch hab ich keine Ahnung warum gerade dieses letztes Haus stehen bleiben darf, in einer Wüste der Leere. Die Straßen gleichen einem Gerippe, begrenzt von sich aufbäumender Natur, die sich ihr Reich langsam uns stetig wiederholt.

Kultur in Hoyerswerda?!

Es nähert sich das 20-jährige Bestehen der Kulturfabrik in Hoyerswerda. Die KuFa wird dieses Jubiläum mit einem lachenden und einem weinenden Auge begehen, denn die vorzeige Kultureinrichtung in Hoyerswerda wird nun zum Stadtratsgespräch. Der neue Bau am Markt steht still – die Kosten sind wohl zu hoch.

Am 18.Oktober startete Stadtratsmitglied Ralph Büchner einen Aufruf in Facebook. Er stellte die Frage, samt Artikel aus der Sächsischen Zeitung, ob Hoy-Woy ein Spartenkino, betrieben von der KuFa, braucht. Grund für diese Frage sind wohl die zu hohen Kosten. Natürlich dürfen wir dies in Verbindung mit dem Neubau am Markt stellen.

Die Diskussion die in der nicht konfliktscheuen Gruppe „Alle Hoyerswerdschen Mädels und Jungs“ entsteht ist vorprogrammiert. Da gibt es Gegner und Befürworter und die ach so braven Steuerzahlen, die ihr Geld aus dem Fenster geschmissen sehen. Doch halt so einfach ist das alles nicht. Diese Diskussion ist mal wieder ein fabelhaftes Beispiel für den Aktivismus Hoyerswerdas Machtinhaber. Und wer ist die Leitragende? Die Kultur, mal wieder und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal.

Ich finde, der Stadtrat sollte sich in naher Zukunft endlich mal die Frage stellen, ob er die Kultur in Hoyerswerda, mit all ihrer Vielfalt erhalten will, oder ob sie den Sparzwängen der Stadt erliegen soll. Die vielfältige Kultur in Hoyerswerda ist ein Merkmal geworden und die Kufa hat daran einen sehr großen Anteil. Vielleicht sollte sich der Stadtrat mehr auf die bestehende Kultur konzentrieren, wie die Kufa, den (Bürger)-Zoo, die Lausitzhalle und das Schloss/Museum, als ständig neue „Attraktionen“ aus dem Hut zu zaubern, um dann vor dem „Scherbenberg“ zu stehen. Durch solche Aktionen werden den ansässigen Kultureinrichtungen Steine in den Weg gelegt.

Fazit: Der Stadtrat darf gerne seine wertvolle Zeit „opfern“, um über das Spartenkino der Kulturfabrik zu beraten. Doch sollte er sich auch endlich für eine einheitliche, kulturpolitische Strategie einsetzen, die Hoyerswerda voranbringt.

Hoyerswerda hat Potenzial und genug engagierte Bürger!!!